Acer TravelMate B

Acer TravelMate B

Leider ist mein seit Jahren unter Debian/GNU Linux einwandfrei funktionierender Toshiba Satellite Laptop am Donnerstag, den 18.05.2017 nach 13 Jahren verstorben.
Anschließend habe ich mir ein Netbook von Acer  der Serie TravelMate B bestellt:

Acer TravelMate B 117-M-P12K

Bei notebooksbilliger.de habe ich eine ganze Weile gesucht, um etwas zu finden, das noch bezahlbar ist.
Meine Voraussetzungen, waren die folgenden:

  • maximal 12 Zoll Größe
  • maximal 2 kg Gewicht
  • mindestens 4 GB Arbeitsspeicher
  • mobile Prozessor mit mindestens 4 Kernen
  • lange Akkulaufzeit
  • eingebaute Kamera
  • ohne Betriebssystem
  • Preis um 300 €

Die Acer TravelMate B Serie kam meinen Vorstellungen am nächsten. Darum habe ich mich für das Acer TravelMate B 117-M-P12K  entschieden. Umgehend, nachdem der Toshiba nicht mehr wollte,  habe ich bei notebooksbilliger.de zugeschlagen. Zusätzlich habe ich die Garantie auf 24 Monate verlängert. Ich konnte auch nicht widerstehen,  die vergünstigt angebotene  Everki Advance  Tasche dazu zu kaufen.

Lieferung

Am Samstag, während ich bei WannaVapor meinem Nebenjob als Fachverkäufer für elektrische Zigaretten nachgegangen bin, wurde das Paket bereits geliefert.

Paketlieferung

Wie immer bei diesem Versandhändler, war die Ware sehr gut verpackt und ist auch unbeschädigt angekommen.

Sendungsinhalt

Ich will Debian/GNU Linux als Betriebssystem

Am 6. Mai wurde das Stable Release 8 Debian Jessie Version 8.8 veröffentlicht und viele Bugfixes und Aktualisierungen eingespielt.
Ich habe mir die ISO Datei mit MATE Desktop auf meinen Server in meinem Hobbyraum heruntergeladen und auf eine MINI-DVD gebrannt.

Sprung ins UEFI

Nach dem Einschalten, muss man [F2] drücken, um ins UEFI zu kommen.
Zunächst erreicht man die Übersichtsseite, in dem die Informationen über das System zu finden sind.

BIOS Info

Wichtig ist, die Hardware hier einzuschalten, damit sie bei der Installation richtig erkannt wird.

Hardware im BIOS

Per Werksauslieferung ist das BIOS des Acer TravelMate B auf UEFI eingestellt. Mit dieser Einstellung wurde das per USB angeschlossene DVD Laufwerk nicht erkannt. Im Gegensatz zu Windows (ab Version 8) ist Linux eher mit einem ’normalen‘ BIOS zufrieden.

BIOS Legacy Modus

Aus diesem Grund musste das UEFI auf Legacy Modus umgestellt werden. Danach konnte ich beim Start mit [F12] die DVD als Bootmedium auswählen.

Booten von der DVD

Wie zu erwarten war, kam es nach den ersten Schritten beim Konfigurieren  zu einem unangenehmen Problem:

Firmware fehlt
Die Intel Corporation Wireless 7265 Netzwerkkarte benötigt Firmware, welche nicht in dem ISO-Image enthalten war. Diese sollte man auf einen USB Stick laden, um sie dann bei Bedarf der Hand zu haben…

Installation

Die Installation auf der (noch) recht neuen Hardware des Acer Travelmate B gestaltete sich letztendlich mäßig erfolgreich.
Zunächst einmal musste während der Initialisierungsphase nach dem Einschalten des Netbooks die [F12] Taste gedrückt werden, um das Bootmedium im Bootmanager auswählen zu können. Die im UEFI angegebene Reihenfolge schien das System nicht wirklich zu interessieren.

Bootmanager

Daraufhin erschien, wie erwartet, der Bootscreen der Debian/GNU Linix LIVE DVD mit MATE Desktop.

Debian Installation starten

Es ist nicht zu empfehlen, die Installation im grafischen Modus zu starten, das hat bei mir nicht funktioniert. Aber die Standardinstallation startete einwandfrei. Zunächst werden die Lokalisierungsparameter des Systems eingestellt.

Standort

Das richtige Tastaturlayout sollte auch unbedingt richtig angegeben werden.

Danach führt das System eine Hardwareerkennung durch. Um möglichst viele Treiber und Pakete auf dem Installationsmedium zu haben, sowie den Installationsprozeß zu beschleunigen, war dieses Mal eine LIVE-DVD meine Wahl. Doch leider fehlte trotzdem eine Firmware, um das Netzwerk überhaupt starten, und die Installation mit Netzwerkunterstützung vornehmen zu können.
Natürlich habe ich mir das Paket auf einem USB Stick bereitgelegt, sodass dann das WLAN-Netzwerk eingerichtet werden konnte.

Netzwerk einrichten

Ich erinnere mich noch an meine ersten Linuxinstallationen. Mein WLAN-Netzwerk war das einzige weit und breit. Das waren noch schöne Zeiten. Früher war halt einfach mehr Lametta.
Zugegebener maßen habe ich auch aufgerüstet und mein Netzwerk läuft in zwei Frequenzbändern.
Jetzt muss man noch die Verschlüsselungsart der Verbindung auswählen.

Verschlüsselung

Zu guter Letzt ist natürlich noch die Eingabe der Passphrase für die WLAN-Verbindung nötig.

WLAN Passphrase

Als nächstes sucht das Installationsprogramm nach Festplatten. Hier ist zu beachten, dass der USB Stick mit der Firmware auch als Festplatte aufgelistet wird.  Diesen sollte man besser nicht nutzen.
Hier habe ich dann die komplette verbaute Festplatte für die Root-Partition ausgewählt.

Die Warnung, dass ich keine Partition für Auslagerungsspeicher (SWAP) eingerichtet habe, ist Absicht. Ich bevorzuge SWAP Dateien, die einfach in der Root-Partition angelegt und nach belieben später einfach gelöscht, vergrößert und verkleinert werden können.

Erster Start des Systems

Nach dem Login wurde mir ein typischer Desktop präsentiert, der für so einen kleinen Bildschirm mit WXGA Auflösung, nicht zu gebrauchen war. Die Leisten oben und unten von mir verkleinert, ein neues Hintergrundbild eingespielt. Die Schriftgröße angepasst und auf LCD Monitore eingestellt.

Desktop

Die untere Menüleiste verschwindet automatisch und die obere kann nun durch einen Knopf auch ausgeblendet werden.

Nachinstallation von Software

Zunächst habe ich den Chrome Browser nachinstalliert, da ich auch die Google Services sehr gezielt nutze. Mein Acer TravelMate B Netbook soll ja hauptsächlich für meine Internettätigkeiten genutzt werden. Für Grafikbearbeitung wurden Gimp! und Inkscape, für die Bilderverwaltung Digikam installiert. Für Podcast und Soundbearbeitung ist Audacity zuständig.
Ich hätte ja auch gerne die eingebaute Webcam benutzt, aber beide dafür aufgespielte Programme (Cheese und GUVCview) stürzen ab. Bei Linux ist die Unterstützung für die Geräte direkt im Kernel eingebaut. Die im Acer TravelMate B verbaute  04f2:b577 Chicony Electronics Co., Ltd  Webcam wird aber noch nicht unterstützt.

Fazit

Das Acer TravelMate B ist bei notebooksbilliger.de ohne Betriebssystem beschrieben. Das vorinstallierte Linpus Linux kann man ja auch wirklich nicht als ein solches bezeichnen.
Die Unterstützung unter Linux für die eingesetzte Hardware ist leider alles andere als gut. Neben der nicht benutzbaren Webcam gibt es auch mit Bluetooth und dem einfachen Vorgang des Herunterfahrens Schwierigkeiten.  Standby Funktionen funktionieren nicht richtig, beim Herunterklappen des Displays ist das Netzwerk ausgeschaltet. Dies kann man mit:

/etc/init.d/network-manager restart

jedoch einfach wieder in Funktion bringen.

Positiv fällt mir der geräuschlose Betrieb, die lange Akkulaufzeit, und die gute Tastatur auf. Einige [Fn] Tasten funktionieren bereits einwandfrei, so lässt sich das Touchpad aus- und auch wieder einschalten.

Das Acer TravelMate B 117 M-P12K entspricht meinen Erwartungen.

TravelMate B im Garten

WordPress schreiben im Garten

Aufgrund des vorinstallierten Möchtegern-Linux hatte ich zunächst erwartet, dass die Hardwareunterstützung besser ist, als damals bei meinem Toshiba. Anfänglich hat es bei diesem System auch einige Debian dist-upgrades gedauert, bis alles einwandfrei funktioniert hat. Ich hoffe, dass dies auch bei diesem Netbook der Fall sein wird…

Wer ein kleines, leichtes, schnelles Netbook sucht und mit kleinen Fehlern beim Betrieb mit Linux leben kann, ist mit dem Acer TravelMate B 117 M-P12K sicher gut beraten. Sollte jedoch volle Funktionalität bei der Hardware gefordert sein, stehen ja noch die 21 anderen Systeme aus der Serie zur Wahl.  Bei dem einen oder anderen ist sicher ein Windows vorinstalliert, dafür entfällt dann der günstige Preis.

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